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Rechts überholen in der Schweiz § Definition, Verbot, Strafen

In Ländern, in denen auf der rechten Strassenseite gefahren wird, darf ausschliesslich links überholt werden. Das bewusste Rechtsüberholen ist verboten, ein kontrolliertes Rechtsvorbeifahren unter Umständen schon – wenn das Gedränge auf einer Autobahn beispielsweise extrem zunimmt. Rechtsüberholen wird mit einer Busse bestraft und fällt somit unter Verstösse gegen die Verkehrsregeln.

Inhaltsverzeichnis
Das Wichtigste in Kürze

Rechtslage zum Rechts überholen

Das Strassenverkehrsgesetz (SVG) definiert in Artikel 35 Absatz 1, dass „links zu überholen ist“. Ein rechts überholen ist damit nicht erlaubt. Zudem ist ein Überholen und Vorbeifahren an Hindernissen nur dann gestattet, wenn der nötige Raum übersichtlich und frei ist und der Gegenverkehr durch das Überholen nicht behindert wird.

Wer überholt, muss zudem auf die übrigen Strassenbenützer, vor allem auf die, die er überholen will, besonders Rücksicht nehmen. Die Rechtslage zum Überholen auf der rechten Spur ist somit eindeutig. Es ist grundsätzlich auf allen Schweizer Strassen verboten. Hingegen ist das rechts vorbeifahren legitim, wenn die Verkehrslage dies erfordert, oder ohne Behinderung anderer Verkehrsteilnehmer ermöglicht.

Unterschied Rechts vorbei fahren und überholen

Ein überholen auf der rechten Spur hat immer auch ein Wiedereinscheren zur Folge, welches den Überholvorgang abschliesst. Ein rechts vorbeifahren liegt dann vor, wenn Sie auf einer Autobahn an einer Kolonne rechts vorbeifahren, die langsamer fährt, Sie aber nicht einscheren. Zudem gilt ein rechts vorbeifahren innerorts auf mehreren Fahrstreifen in die gleiche Richtung auch nicht als rechts überholen.
Das Rechtsfahrgebot

Generell gilt in der Schweiz das sogenannte Rechtsfahrgebot. Diese strassenverkehrsrechtliche Vorschrift soll dafür sorgen, dass auf Straßen möglichst weit rechts gefahren werden muss. Dies beinhaltet jedoch nicht das Rechtsüberholen oder das rechts vorbeifahren, deren Bedeutung zudem sehr unterschiedlich ist.

Sonderregelung für Autobahnen

Seit Anfang 2021 gelten in der Schweiz einige neue Verkehrsregeln. Entwickelt sich auf der Autobahn wegen Gedrängels auf den Überholspuren dichter Verkehr, dürfen Lenkerinnen und Lenker nun auf der rechten Spur mit „nötiger Vorsicht“ rechts vorbeifahren. Auf der Autobahn bleibt das Rechtsüberholen jedoch weiterhin verboten, ein vorbeifahren ist jedoch erlaubt.

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Das bewusste Rechtsüberholen auf der Autobahn definiert sich als ein bewusstes „auf eine Fahrspur weiter rechts ausscheren, überholen und wieder links einordnen“. Dieses Vergehen bleibt also trotz der Gesetzesänderung weiterhin verboten und wird auch weiterhin mit einem Strafmandat geahndet. Bei zwei zusammentreffenden Autobahnen gilt auch besondere Vorsicht: Sobald die Sicherheitslinie zwischen den zusammenkommenden Spuren der beiden Autobahnen endet, ist auch ein rechts vorbeifahren wieder verboten. Besonders gefährlich kann es zudem werden, wenn vor dem Überholvorgang zu nahe nachgefahren wird – dies gilt als Nötigung im Strassenverkehr.

Strafen beim Rechtsüberholen

Selbst, wenn es nervt, dass ein langsamer fahrendes Fahrzeug den Verkehrsfluss auf einer linken Spur behindert, ist dies kein Grund, dass rechts überholen in diesem Fall in Ordnung ist. Für ein überholen auf der rechten Spur innerorts gibt es eine Ordnungsbusse von 120 CHF, auf der Autobahn kann dies sogar als grobe Verletzung von Verkehrsregeln und als schwere Widerhandlung laut SVG verstanden werden. Dann kann das Vergehen eine Geldstrafe sowie einen Entzug des Führerausweises für mindestens drei Monate nach sich ziehen.

Folgende Strafen sind also beim Rechtsüberholen möglich:

  • Ordnungsbusse 
  • Geldstrafe und Führerausweisentzug für mindestens 3 Monate

So kann ein Anwalt für Verkehrsrecht unterstützen

Hat Sie jemand rechts überholt und Sie dadurch vielleicht sogar gefährdet, können Sie ihn wegen Rechtsüberholen anzeigen. Versuchen Sie, sich Fahrzeugtyp und Kennzeichen zu merken, damit Sie gemeinsam mit einem Anwalt für Verkehrsrecht ein Verfahren eröffnen können. Dabei ist es unerheblich, ob das überholen auf der Autobahn passiert ist oder innerorts. Wird Ihnen hingegen das Rechtsüberholen vorgeworfen, sollten Sie unbedingt und schnellstmöglich einen Anwalt konsultieren. Vielleicht gab es einen Grund für das überholen, wie die Vermeidung eines Unfalls. Dann könnte Ihnen ein Anwalt für Verkehrsrecht eine grosse Hilfe sein, um die Situation aufzuklären – sollte das Rechtsüberholen jedoch unter Vorsatz passiert sein, müssen Sie sich auf eine unangenehme Strafe einstellen.

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FAQ: Rechtsüberholen

Oftmals wird unter überholen auf der rechten Spur ein Wechsel von der linken Spur, das Vorbeifahren auf der rechten Spur an einem oder mehreren Fahrzeugen und ein anschliessendes Einordnen in die ursprüngliche Spur verstanden. Jedoch muss meist noch nicht einmal wieder eingeschert werden, damit der Überholvorgang abgeschlossen ist und der Vorgang so als rechts überholen gewertet werden kann.
Wenn kein Überholverbot besteht, die allgemeine Verkehrssituation es zulässt und keine anderen Verkehrsteilnehmer gefährdet werden, darf überholt werden. Zudem ist die Absicht zu überholen doch Signalisation anzuzeigen.
Das Rechtsüberholen ist immer untersagt und wird beispielsweise innerorts mit einer Ordnungsbusse von 120 CHF bestraft.
Ein Beitrag unserer juristischen Redaktion
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